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Westfälisches Museum für Archäologie in Herne
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„klima und mensch. leben in eXtremen".
Für das Westfälische Museum für Archäologie in Herne produziert 1komma6 unter htCMS die Website zur Ausstellung „klima und mensch. leben in eXtremen". „klima und mensch. leben in eXtremen". geht der Frage nach, wie die Entwicklung des Klimas, der Tier- und Pflanzenwelt mit der Entwicklung des Menschen zusammenhängt. Die Ausstellung spannt einen ungewöhnlich weiten Bogen: von 6 Millionen Jahren vor heute bis 75 000 Jahre in die Zukunft. Nach neuesten Forschungen stehen wir kurz vor einem extremen Klimawandel. Doch das Klima war nie stabil. Um zu überleben, mussten sich die Pflanzen, Tiere und Menschen immer anpassen. Anhand wichtiger archäologischer Funde und Objekte weltweit – vom 2,2 Millionen Jahre alten Steinwerkzeugen aus Olduwai in Afrika bis zur aktuellen UV-Schutzkleidung aus Australien - wird die Auseinandersetzung der Menschen mit ihrer Umwelt aufgezeigt. Der Neanderthaler und der frühe moderne Mensch stehen dabei im Mittelpunkt: Diese Menschenarten verstanden es, sich sogar an die extremen Klimaschwankungen zwischen 130 000 und 9600 v. Chr. anzupassen. In einer inszenierten Landschaft gehen die Besucherinnen und Besucher durch die letzten sechs Millionen Jahre bis heute, geleitet von der Klimakurve. Sie laufen zum Beispiel über versteinertes Laub, das in einem Herbst vor 130 000 Jahren gefallen ist. Sie begegnen dem Mammutbaby „Dima“, Säbelzahntigern und Wollnashörnern. Eine 40 000 Jahre alte Vogelskulptur lässt sie die Gedankenwelt früher Menschen erahnen. Das wechselnde Klima erfahren sie mit allen Sinnen. Und stellen sich zum Schluss der eigenen Zukunft: Wie wird es weitergehen mit der Gattung Mensch?
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Spektakulärer Mammutfund kommt in Klima-Ausstellung nach Herne
Das Museum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) wird das „Leben in Extremen“ auf 900 Quadratmetern mit über 300 bedeutenden Exponaten aus allen Kontinenten präsentieren. Vorab stellen wir einige der wichtigsten Themen vor.
Ein Donnern kündigt sie an, schwere, stampfende Schritte ertönen schon von weitem, eine Mammut-Herde bewegt sich durch die sibirische Tundra. Mitten drin ein Mammut-Baby, 90 Zentimeter groß, etwa sieben Monate alt. Der Kleine ist krank, hat eine Fußverletzung und ist von Parasiten befallen, er schleppt sich etwas hinter den anderen Tieren her. Plötzlich, ein unbedachter Schritt: Das geschwächte Kalb fällt in eine Schlammkuhle. Die anderen Tiere ziehen weiter, nur die Mutter bleibt, streckt ihren Rüssel in die Grube, versucht das Baby herauszuziehen, vergeblich. Sie wartet, bis ihr Junges erlöst wird, passt auf, dass keine Raubtiere zu nahe herankommen, die sich schon von allen Seiten nähern - bis das Mammut endlich im Schlamm versinkt, dauert es mehrere Tage.
Die traurige Geschichte des Mammut-Babys Dima ereignete sich vor rund 35.000 Jahre in Russland, im sibirischen Permafrostgebiet, wohin sich die Mammuts am Ende der letzten Eiszeit zurückgezogen hatten. Zum Glück für die Forscher: „Denn nur wegen der eisigen Temperaturen wissen wir auch, warum Dima so schwach war und ums Leben gekommen ist“, sagt Barbara Rüschoff-Thale. „Der sibirische Dauerfrostboden ist eine natürliche Gefriertruhe, die zahlreiche Tierleichen bis heute bewahrt hat“, erklärt die Leiterin des Westfälischen Museums für Archäologie in Herne, in dem das Mammut-Baby bei der Ausstellung „Klima und Mensch“ zum ersten Mal seit zwölf Jahren wieder in Deutschland zu sehen ist. Auch Dima war über zehntausende Jahre vollständig gefroren, gute konserviert sind noch sämtliche inneren Organe im Körper erhalten.
Den Leichnam ins LWL-Museum nach Herne zu bekommen, war gar nicht so einfach. Der Leihgeber, das Zoologische Museum der Russischen Akademie der Wissenschaften St. Petersburg, ist ein zäher Verhandlungspartner. Rüschoff-Thale: „Es hat über ein Jahr gedauert, bis das Museum überhaupt zu Gesprächen bereit war - eine positive Entscheidung für uns stand da noch in weiter Ferne.“ Aber: Die Treffen in Russland haben sich für die Museumsleiterin auch aus einem anderen Grund gelohnt. „Ich habe dort viel aus erster Hand über die Fundgeschichte von Dima erfahren.“
Denn nicht nur Dimas Tod, sondern auch die Entdeckung des Mammut-Babys vor 30 Jahren war etwas Besonderes. Eine Gruppe von Goldsuchern buddelte im Sommer 1977 direkt über Dimas Leichnam, der von einer dicken Schicht aus knochenhartem, gefrorenen Schlamm bedeckt war. Immer wieder riss die Schaufel eines Baggers den Boden auf, holte Kies und Sand nach oben, bis plötzlich der Baggerfahrer etwas Ungewöhnliches erblickte. Er stieg von seinem Fahrzeug herunter, schaute in das Loch und entdeckte das Mammut. „Zum Glück informierten die russischen Goldgräber Wissenschaftler vor Ort, die den Fund sicherten“, sagt Barbara Rüschoff-Thale. Eile war geboten, denn das am besten erhaltene Mammutbaby, das jemals gefunden wurde, drohte aufzutauen und zu verwesen. Die Forscher tauchten den Leichnam in Paraffin, das den Körper konservierte.
Neben der Zusage für Dima hat Barbara Rüschoff-Thale übrigens noch eine andere Entdeckung aus St. Petersburg mitgebracht: die Originalfotos vom Fund des Mammuts. „Als ich gerade da war, haben die russischen Kollegen die Bilder wieder gefunden. Sie waren verschollen.“
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Die Ausstellung steht unter der Schirmherrschaft der Unesco und des NRW-Ministerpräsidenten Jürgen Rüttgers. Sie wird unterstützt von der Nordrhein-Westfälischen Stiftung für Umwelt und Entwicklung. Sie wird außerdem gefördert von: Kulturstiftung Westfalen-Lippe, Gelsenwasser AG, ThyssenKrupp Steel AG, RWE Westfalen-Weser-Ems-AG, 1komma6 Multimediale Dienstleistungen GmbH, Stadtwerke Herne AG, Reifen Stiebling GmbH, Sasol Germany GmbH, Werner Ollbrink GmbH, Verein der Freunde und Förderer des Westfälischen Museums für Archäologie e. V., Deutsche Benkert GmbH & Co. KG, Schwing GmbH, Kulturinitiative Herne e.V.
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